Wo Mero herkommt
Mero Diving bringt seit 1969 Taucher ins Wasser, an der Bucht Cala Lliteras in Cala Ratjada. Die Basis zählt zu den ältesten Mallorcas. Heute gehört sie Tim Jochems. Ausgebildet hat ihn Jaime Ferriol persönlich, der Gründer der Basis. Jaime war ein Pionier des Sporttauchens auf Mallorca und stand jahrzehntelang an der Spitze des balearischen Tauchbasen-Verbands. Außerdem entdeckte er die berühmten Höhlen von Cala Ratjada. Tim wuchs aus dem Team in die Leitung. Am Ende übergab Jaime ihm die Basis.
Fünf Jahrzehnte Tauchbetrieb prägen eine Arbeitsweise. Meros Reservierungs- und Planungssystem war Papier — aber kein Schuhkarton voller Zettel. Es war über Jahrzehnte ausgeklügelt und Saison für Saison verfeinert. Sogar die Druckvorlagen hatte Mero selbst entworfen. Das System organisierte den Tauchbetrieb und seine Abrechnung — zuverlässig, jeden Tag.
Eine Bedingung aber hatte es: Es funktionierte nur mit den erfahrenen Leuten im Raum. Das System war klug — aber die Klugheit wohnte in Köpfen. Über jeden Vorgang musste ein Mensch wachen, denn von selbst wachte nichts. Und eine neue Kraft konnte nicht einfach anfangen. Erst musste sie lernen, was die Kollegen im Kopf trugen — vorher ließ man sie nicht allein an den Empfang.
„Unser Papier-System war gut — wir haben es über Jahrzehnte aufgebaut. Aber es lief über Erfahrung. Wer neu war, musste alles von uns lernen. Und bis dahin haben wir über jeden Schritt selbst gewacht."
Die Grenzen des Papiers
Vier Dinge konnte auch das beste Papier-System nicht. Die Abrechnung stimmte — aber Rechnungen schrieben sich nicht von selbst. Das Reservierungsbuch lag an der Basis. Wer Planung, Anfragen oder Reservierungen sehen wollte, musste hin. Brevet und Medical kamen als Zettel — und Papier konnte nicht garantieren, dass sie sicher ankommen und sicher aufbewahrt bleiben. Und online reservieren? Ging nicht. Denn hinter jeder Reservierung steht eine Frage: Wer darf mit auf diesen Tauchgang? Auf Papier konnten das nur die erfahrenen Köpfe beantworten — keine Reservierung kam an ihnen vorbei. Eine offene Buchungsseite hätte das Boot mit jedem gefüllt, der zahlt.
„Mit Papier hätten wir Gäste nie online reservieren lassen können — nichts konnte prüfen, wer mit aufs Boot darf. Heute prüft das System, wer mitdarf. Nur deshalb sind unsere Reservierungen überhaupt online."
Aus Kopf-Wissen werden Regeln
Ein Beispiel sagt am meisten. Wer bei Mero einen OWD-Kurs bucht, zahlt zuerst nur den ersten Tauchgang. Danach entscheidet der Gast: weitermachen oder aufhören. Macht er weiter, wird das Bezahlte angerechnet — daran denken muss niemand, das macht das System. So zog die ganze Preisliste um: als Regeln im System, nicht als Wissen in Köpfen. Und auch die Tauchversicherung braucht keinen wachen Kopf mehr. Ob sie noch gültig ist, prüft das System von selbst.
Meros Abläufe und Preisregeln sind über Jahrzehnte entstanden — und trotzdem musste sich die Basis nicht verbiegen. Alles ließ sich als Einstellungen abbilden: Konfiguration, kein Sonderbau. Seit März 2023 arbeitet Mero mit HALIBLU. Den Umzug haben wir gemeinsam gemacht: Meros Daten zogen Schritt für Schritt um, persönlich begleitet.
Ein Hochsaison-Morgen am Empfang
Vicky arbeitet bei Mero am Empfang. Die Basis wird deutsch-spanisch geführt. Vickys HALIBLU-Bildschirm ist auf Deutsch eingestellt — ihre Sprache, ihre Oberfläche. An einem vollen August-Morgen sieht sie auf einen Blick, wer heute kommt und wofür — zum Schnuppern, zur Ausfahrt, zum Kurs. Und sie sieht, wem noch Unterlagen fehlen, bevor das Boot ablegt. Auch die Leihausrüstung jedes Gastes kennt das System. Vicky trägt nur noch die Flaschengröße ein — Planung, Dokumentation und Preisberechnung sind damit erledigt. Und braucht der Empfang eine Ausnahme, warnt das System, statt zu blocken. Bei Mero entscheidet der Empfang — das System meldet sich zu Wort.
20 Gäste warten in der Hitze vor der Rezeption. In 45 Minuten soll das Boot ablegen. Für genau diesen Moment hat Vicky die Presence List angeregt. Sie zeigt dem Empfang die erwarteten Gäste der ausgewählten Ausfahrten gemeinsam: Wer ist schon da? Wem fehlen noch Unterlagen? Sind Medical und Versicherung geklärt? Die Liste lässt Platz für schnelle handschriftliche Notizen.

Und ihren Teil erledigen die Gäste selbst. Sie reservieren online — das System prüft bei jeder Reservierung, wer mitdarf. Sie checken auf dem eigenen Handy ein. Brevet und Medical treffen digital ein und sind beim Gast hinterlegt — nicht auf einem Zettel in der Ablage.
Die Leitung hat den Überblick
Tims Tag beginnt heute zu Hause. Morgens beim Frühstück wirft er einen Blick auf den Tagesablauf — Planung, Anfragen, Reservierungen. Dann erst fährt er zur Basis. Tim leitet die Basis. Die Manager-Rolle zeigt ihm alles — ohne dass er alles selbst machen muss. Delegieren wird damit leichter. Der Empfang arbeitet nach Regeln, die im System stehen, und Tim sieht jederzeit, wo alles steht. Wenn er will, checkt er selbst Taucher ein oder fährt als Guide mit raus. Über jeden Vorgang zu wachen, hielt früher einen erfahrenen Menschen im Raum. Heute wacht das System — ob Tim am Empfang steht, auf dem Boot ist oder noch beim Frühstück sitzt.
Vorangehen hat bei Mero Tradition
Vorangehen ist an dieser Basis nichts Neues — ihr Gründer war ein Pionier des Sporttauchens auf Mallorca. Auch bei HALIBLU war Mero früh dabei. Als eine von drei Basen hat Mero geprägt, wie wir seither jede Basis migrieren. Aus dieser frühen Zeit stammt mehr. Große Teile des Erlaubnis-Systems gehen auf Anforderungen von Mero zurück. Es ist das System, das heute jede Reservierung prüft. Die Presence List entstand auf Vickys Anregung. Der IAC-Kurskatalog mit seinen 20 Vorlagen wurde für Mero gebaut — heute bringt ihn jedes HALIBLU-System mit. Und die kleinste Spur steht in unserem Änderungs-Protokoll: Vickys Wunsch, dass sich das Markieren der 12-Liter-Flasche von selbst speichert — festgehalten in ihren eigenen Worten. So prägt eine Basis, die früh dabei war, das Werkzeug für alle, die danach kommen.
„Heute steht im System, was früher in unseren Köpfen war. Genau darum ging es."